Allgemein · Rezensionen

417i9jby-il-_sx311_bo1204203200_Mart Schreiber: Es muss brennen: Geschichten zu den Themen Asyl und Culture Clash

  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (19. Juli 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1535183454

Ein Buch mit aktuellem Bezug und dann noch aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt, machte auf mich erstmal einen guten Eindruck. Der Autor beschäftigt sich in zwei Kurzgeschichten mit der Flüchtlingsproblematik. Dabei muss man als Leser aber beachten, dass es sich um fiktive Geschichten und nicht um wahre Berichte handelt. Dies lässt mich an einigen Stellen  zweifeln ob die Geschichte in der Realität auch so abgelaufen wäre. Nichtsdestotrotz lässt sich das Buch gut lesen, wenn die Dialoge auch manchmal etwas ungewöhnlich sind, da der österreichische Dialekt doch etwas anders ist.  Wer Probleme mit der englischen Sprache hat, dem könnte die zweite Geschichte nicht so gut gefallen, da hier die Dialoge zum Teil auf englisch sind. Dies unterstreicht zwar die Authentizität kann aber zu Lesebeeinträchtigungen führen, wenn man kein oder kaum Englisch kann.
In der ersten Geschichte wird  die Schwester des Protagonisten von Flüchtlingen fast vergewaltigt, dieser hat daraufhin mit vielen Vorurteilen zu kämpfen und möchte in gewisser Weise Rache nehmen. Gut gefallen hat mir, wie Dominik seine Gedanken reflektiert. Er erschrickt selbst über seine Gefühle gegenüber den Flüchtlingen und ist sich eigentlich bewusst,  dass er falsch handelt. Das Buch hat in mir die Frage aufgeworfen, wie ich  persönlich in so einer Situation handeln würde. Als Leser auf der Couch lässt sich einfach sagen, man darf nicht alle Flüchtlinge über einen Kamm scheren und ich würde ganz rational bleiben, aber so sicher bin ich mir nicht ob ich nicht ähnliche Gedanken wie Dominik hätte. Meiner Meinung nach wird der Konflikt in dem viele heute stecken, das gute Freunde auf einmal rechte Meinungen vertreten, gut dargestellt. Das Ende dieser Kurzgeschichte hat mich dagegen nicht überzeugt.
Die zweite Geschichte ist etwas kürzer und beschäftigt sich mit einem Geschäftsmann, der in Kontakt mit einer Flüchtlingsfamilie kommt. Er verliert Geld, dies wird ihm aber durch einen afghanischen Jungen zurück gebracht, den er daraufhin seine Visitenkarte gibt. Schon ist er mitten drin in den Problemen der Familie, die illegal in Österreich lebt. Auch hier fand ich die gegensätzlichen Meinungen sehr interessant. Es wird nicht sofort gewertet und man kann sich als Leser seine eigene Meinung bilden.  Die Geschichte lässt mich aber mehr zweifeln als die erste, ob sie in Wirklichkeit so hätte ablaufen können, daher hätten mich wahre Begebenheiten mehr überzeugt.
Zwei schöne Kurzgeschichten, die leider fiktiv sind (aber das wusste ich ja bevor ich angefangen habe zu lesen) und den Leser zum Nachdenken anregen, vor allem da unterschiedliche Meinungen dargestellt werden. Der Autor versucht das schwierige Thema der Flüchtlinge nicht zu werten. An einigen Stellen konnten mich die Geschichten aber nicht zu hundert Prozent überzeugen, da mir die inhaltliche Tiefe fehlte.

Ich vergebe 4 von 5 Farbkleckse

4

Yannah

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4 Kommentare zu „

  1. Da bin ich schon wieder!

    „da der österreichische Dialekt doch etwas anders ist.“ Da musste ich jetzt schmunzeln. Der österreichische Dialekt? Österreichisch ist eine Sprachvarietät des Deutschen, um genau zu sein. Aber jetzt genug mit der Wissenschaft.

    Es scheint ein lesenswertes Buch zu sein, und ich muss sagen, dass ich ja grundsätzlich alles lese. Meine arme WuLi.

    Gefällt mir

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