Allgemein · Rezensionen

Durchhaltevermögen lohnt sich!

Runa- Vera Buck

  • Verlag: Limes Verlag
  • Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3809026525

Paris 1884. Jori ist Medizinstudent an der Salpêtrière- Klinik. Dort werden unter Dr. Charcot verschiedene Experimente an geisteskranken Patienten durchgeführt. Doch dann taucht Runa auf, die gegen seine Behandlungsmethoden immun zu sein scheint. Jori sieht dadurch seine Chance einen Doktortitel zu erlangen, indem er eine Operation an Runas Gehirn vornimmt.

Ich muss sagen, dass ich relativ lange gebraucht habe, um mich in die Geschichte rein zu fitzen. Ich musste immer wieder kurze Pause einlegen um weiterlesen zu können. Außerdem hat es lange gedauert bis ich die verschiedenen Handlungsstränge und deren Zusammenhang durchschaut habe. Das war auch gut, denn somit hatte ich den Anspornn schnell weiter zu lesen. Die Mischung aus Fiktion und Geschichte fand ich wirklich super und auch den Perspektivwechsel zwischen den Personen war sehr gelungen. Dadurch hatte man immer eine andere Sicht auf Runas Botschaften und deren Interpretationsweise. Auch wenn das manchmal verwirrend war. Man wusste nicht so wirklich, wie alle zusammenpassen.  Jori, als einer der Hauptfiguren, mochte ich anfangs überhaupt nicht, da er Charcot`s „Show“ bewundert (obwohl sie sehr menschenverachtend ist) und kein bisschen kritisch ihm gegenüber ist. Doch im Laufe des Buches wurde er mir immer sympathischer und ich konnte seine Gedanken- und Gefühlswelt besser verstehen. Monsieur Lecoq, ein ehemaliger Ermittler, der neben Jori viel Erzählzeit hat, konnte ich bis zum Ende nicht richtig einschätzen, dennoch hat es mir Spaß gemacht seine „Detektivarbeit“ mit zu verfolgen. Außerdem gab es einen Ich- Erzähler und einen kleinen Jungen. Alle verfolgen Botschaften von Runa. An sich hat mir trotzdem ein bisschen Runa als Person in dem Buch gefehlt. Am Ende liefen zwar alle Handlungsstränge auf sie hinaus, aber trotzdem hatte ich mehr Runa erwartet. Besonders gut fand ich, dass die Autorin neben Charcot noch andere historische Personen, wie Georges Gilles de la Tourette, Joseph Babinski oder Paul Eugen Bleuler eingebunden hat.

In dem Buch sind einige Fachbegriffe vorhanden, womit ich keine Probleme hatte. Kann aber nicht einschätzen, ob manches so einfach zu verstehen ist. An manchen Stellen ist man über die Methoden der damaligen Psychiatrie etwas geschockt. Es ist wie schon erwähnt sehr menschenverachtend. Also wer da seine Probleme hat, sollte sich überlegen ob er es lesen möchte.

Fazit: Es lohnt sich auf jeden Fall den Roman zu lesen. Es ist am Anfang nur etwas Durchhaltevermögen gefragt.

Ich vergebe 4 von 5 Farbklecksen

4

Ayla

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3 Kommentare zu „Durchhaltevermögen lohnt sich!

  1. Ach ja, die liebe Medizin. Sigmund Freud hat der Mutter von Charles auch angeraten, ihre Eierstöcke mit Röntgenstrahlen zu bestrahlen.
    Er ist ja eh ein halber Deutscher, wenn ich das richtig im Kopf habe, seine Mutter war Deutsche.

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