Allgemein · Rezensionen

Ein sehr interessantes Buch, dass mir trotzdem einige Schwierigkeiten bereitete

Wolfgang Seehaber: Bonhoeffer und Bethge: Das Porträt einer wunderbaren Freundschaft

  • Gebundene Ausgabe:448 Seiten
  • Verlag:Fontis – Brunnen Basel; Auflage: 1 (12. September 2016)
  • ISBN-10:303848095
  • Preis:99€

 

Ein Buch über die Freundschaft und dann noch zwischen solchen bedeutenden Persönlichkeiten wie Bonhoeffer und Bethge weckte natürlich mein Interesse umso mehr freute ich mich, dass ich ein Rezensionsexemplar erhielt. Herzlichen Dank.

Das Buch befasst sich auf eine ganz besondere Weise mit dem Thema Freundschaft. Am Anfang erfährt man als Leser einiges über die Persönlichkeit Bonhoeffers und erste zaghafte Freundschaftsversuche seinerseits, dabei fand ich besonders erstaunlich wie wenige Dutzfreunde besaß. Das Buch ist aber nicht nur hinsichtlich des Themas Freundschaft interessant, sondern man erfährt einiges über die Geschichte der Bekenntniskirche und deren Persönlichkeiten. Im Laufe des Buches kristalisiert sich die besondere Freundschaft zwischen Bonhoeffer und Bethge immer weiter heraus, angefangen beim Pristerseminar auf Zingst über Finkenwalde, die Zeit im Widerstand bis über den Tod hinaus. Besonders gerührt hat mich dabei, welcher Bedeutung Gott in seinen Freundschaften, insbesondere mit Bethge, beigemessen wird.

Inhaltlich ist das Buch hoch interessant und hat mir viele neue Erkenntnisse gebracht, trotzdem hatte ich meine Schwierigkeiten beim Lesen, da das Buch definitiv nicht geeignet ist, wenn man über Bonhoeffer wenige Vorkenntnisse hat. Mit einigen Grundgedanken Bonhoeffers und seines Schaffens hatte ich mich zwar schon eher auseinander gesetzt, aber besonders am Anfang war mir die Fülle an Informationen, die das Buch vermittelt, zu viel für mich. Meiner Meinung nach werden zu viele Personen auf einmal benannt, die man ohne spezielles Vorwissen nicht kennt. Ich musste einiges gesondert nachschlagen, da mir Erläuterungen über Sachverhalte im Buch fehlten. Außerdem ist meiner Meinung nach der Sprach sehr anspruchsvoll, was daher kommt, dass der Autor viele Quellen, wie Briefe, zitiert. Die Zitate geben dem Text  mehr Autorität und tragen durchaus zum Verständnis bei, behindern aber leicht den Lesefluß. Daher ist dieses Buch meines Erachtens nach, nur für Leser geeignet, die ein gutes Vorwissen in allen Bereichen der Bekenntniskirche haben und bereit sind schwierigere Textpassagen zu lesen. Für diese Leserschaft ist das Buch ein Genuss und man erfährt viel Interessantes.

Mich persönlich, hat die Thematik des Antisemitismus besonders beschäftigt. Ich war erstaunt, wie weit er sogar in der Bekenntniskirche verbreitet bzw. gedultet wurde. Deshalb fand ich das Zitat auf Seite 101 besonders schön.

„ Darin förderte er ein dreifaches Verhalten der Kirche. Zum Ersten solle die den Statt nach der Rechtmäßigkeit seines Handeln befragne, zum Zweiten sich um die Opfer des stattlichen Handels kümmern, und zwar um alle Opfer, nicht nur um die getauften Juden. Und drittens, wenn der Statt seine Macht weiterhin zum Schaden der jüdischen Mitmenschen missbrauche, solle die Kirche „dem Rad in die Speichen fallen“, also unmittelbar politisch handeln.“

Es spiegelt meiner Meinung nach gut den Geist Bohoeffers wieder, der im Buch auf jeder Seite zu finden ist.

 

Ich persönlich vergebe 3,5 von 5 Farbklecksen, da mir an manchen Stellen das Hindergrundwissen fehlt und ich teilweise die Sprach schwierig fand.

35

 

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