Allgemein · Rezensionen

366 Lebensbilder aus allen Epochen, die Gesichter und Geschichten der Reformation beschreiben

Roland Werner & Johannes Nehlsen (Hrsg): Gesichter und Geschichten der Reformation 366 Lebensbilder aus allen Epochen

  • Taschenbuch:756 Seiten
  • Verlag:Fontis – Brunnen Basel; Auflage: 1 (18. Oktober 2016)
  • Sprache:Deutsch
  • ISBN-10:3038480916
  • Preis:99€

 

366 Männer und Frauen, die ihren Glauben gelebt, bezeugt, verbreitet aber auch die Kirche verändert haben, werden in diesem Buch vorgestellt. Dabei erfährt der Leser aber nicht nur etwas über bekannte Persönlichkeiten, sondern lernt auch weniger bekannte Männer und Frauen kennen. Das Buch ist ein Streifzug durch die Jahrhunderte und die verschiedenen Epochen der Kirchengeschichte, angefangen Nino 290-340 n. Chr. über Katharina Zell 1497-1562 und Hans Ehrenberg 1883-1958 bis zu Hans Peter Royer 1962-2013. Die 366 Abschnitte sind von über 100 Autoren und Autorinnen verfasst worden und unterscheiden sich daher im Sprachstil. Meiner Meinung nach lassen sich alle Abschnitte gut lesen und wirken authentisch. Sie werden durch ein Portrait der Person begleitet und sind nie länger als 2 Seiten. Der Abschnitt beginnt mit einem Zitat, wie zum Beispiel bei William Carey (1761-1834) „Erwarte Großes von Gott, und unternimm großes für Gott!“ (S. 162), wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Zitate von der vorgestellten Person sind, oder ihr Handeln näher beschreiben. Die Mischung aus bekannten und weniger bekannten „Reformatoren“ aber auch von Männern und Frauen finde ich gut gelungen. Ich persönlich war erstaunt, wie viele Frauen Einfluss auf den Verlauf nehmen konnte. So zum Beispiel Ursula von Münsterberg, die durch ihr Zugehörigkeit zu Fürstenhäuser aber auch als persönliches Vorbild und überzeugende Schriften viel für Luthers Reformation erlangte. Oder auch Elisabetz Cruciger als erste evangelische Liederdichterin.

Besonders gut gefällt mir, dass man immer auch einen Einblick in das Leben zur Zeit, der vorgestellten Person erhält, denn so kann man auch sein geschichtliches Grundwissen auffrischen und deren Handeln besser einordnen. Viel der Vorgestellten haben mich mit ihren Handeln oder ihren Ansichten überrascht oder auch begeistert, denn sie stellten sich gegen die eingefahrenen Wege der Kirche und bezogen sich in ihrem Leben und in ihren Lehren nur auf ihren Glauben zu Jesus. Hier ist mir zum Beispiel Meister Eckhart (1260-1328) und seine Ansichten zur Gleichberechtigung der Frau besonders im Gedächtnis geblieben. Er schrieb: „Gott schuf die Frau aus des Mannes Seite, auf dass sie ihm gleich sei. Er schuf sie weder aus seinem Haupt noch aus seinen Füßen, auf dass sie weder unter noch über ihm wäre, sondern das sie ihm gleich wäre.“ (S.21)

Es gibt aber auch Persönlichkeiten, die ich in diesem Buch nicht vermute hätte, obwohl sie mir bekannt sind, so zum Beispiel Augustinus oder Johnny Cash. So war es für mich besonders interesannt zu lesen, welche Auswirkung ihr Handeln bzw. ihr Glauben auf die Christen hatte.

Auf Grund der Dicke des Buches und der Länge der Abschnitte, ist das Buch meiner Meinung nach als Nachschlagewerk oder für das tägliche Lesen eines Abschnittes geeignet, leider fehlt ein alphabetisches Inhaltsregister.

Zusammenfassend kann ich das Buch für alle Leser empfehlen, die sich für Persönlichkeiten der Kirchengeschichte interessieren und sich von der Dicke des Buches nicht abschrecken lassen. Aufgrund der Dicke, des fehlenden Inhaltsverzeichnisses aber auch der spannenden Lebensbilder, die einen erstaunen und inspirieren vergebe ich 4,5 von 5 Farbklecksen.

45

Yannah

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