Allgemein · Rezensionen

Weitaus tiefgründiger als erwartet

Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Levithan

  • Verlag: Fischer Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • Hardcover mit 394 Seiten
  • ISBN: 978-3-8414-2219-4

A ist jeden Tag ein anderer Mensch, ganz unabhängig vom Geschlecht.  24 Stunden ist er in einem Körper und hat sich geschworen nicht zu sehr in das Leben des Besetzten einzugreifen, bis er auf Rhiannon trifft.

Anhand des Klappentextes war ich sehr gespannt, was mich erwartet. Die Idee fand ich wirklich toll, nur war ich etwas skeptisch, was die Umsetzung betreffen könnte. Gleich am Anfang taucht Rhiannon auf und da kamen mir schon die ersten Zweifel, weil ich mir nicht vorstellen konnte, was denn jetzt noch passieren soll. Doch meine Sorgen waren ganz unbegründet.  Mein anderes anfängliches Problem war, dass A immer Jemand anders war. Mal war A ein Mädchen, mal ein Junge und hatte immer andere Hürden zu meistern. Das war zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, hat dem Buch aber eine sehr interessante Richtung gegeben.  Ich wusste nie auf was ich mich einrichten kann, das gab den ganzen eine außergewöhnliche Spannung. A ist ein wirklich spezieller Charakter, den ich sehr gut leiden konnte, denn A war trotzdem immer noch A egal in welchem Leben er gerade war. Während des Lesens habe ich mich immer gefragt, ob ich wüsste, wer ich bin, wenn ich jeden Tag in einem anderen Körper, in einer anderen Familie und unter verschiedenen Umständen aufwachen würde. Denn die Erziehung, weitergegebene Wertvorstellungen und Lebensweisen prägen einen Menschen ja schon in der Kindheit, was auch zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Andererseits habe ich mir die Frage gestellt, ob man gerade aus diesem Grund weiß, wer man ist, weil man einfach viele verschiedene Sichtweisen kennenlernt und eher seine Meinung bilden kann. Mir hat es sehr gut gefallen zum Nachdenken angeregt zu werden. Die andere Frage, die man sich als Leser stellt ist, ob man Jemanden lieben kann, der jeden Tag ein anderes Aussehen hat. Man setzt sich hier wirklich mit diesem Thema auseinander, aber es werden auch andere Themen angeschnitten, die sehr interessant sind, wie Depression, Sexualität oder Drogenkonsum. Ich kann nur sagen, dass ich in der Hinsicht positiv überrascht wurde, denn es war weitaus tiefgründiger, als ich erwartet hätte! Für die Spannung wurde zusätzlich durch die Geschichte von Nathan gesorgt, der sein „besetzt sein“ mitbekommen hat und versucht die Welt auf A aufmerksam zu machen. Es war nie langweilig A zu begleiten, da man viele verschieden Einblicke in die unterschiedlichsten Leben bekommen hat. Der Autor hat hier einfach großartige Arbeit geleistet. Das Ende hat mir persönlich jetzt nicht so gefallen und hat mich etwas bedrückt zurück gelassen. Hätte es mir etwas anders gewünscht, aber kann verstehen, dass es so enden musste.

Fazit: Ein wirklich schönes Buch, das ich Jedem empfehle, der mal etwas anderes lesen möchte.

Ich vergebe 4,5 von 5 Farbklecksen!

45

Ayla

 

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4 Kommentare zu „Weitaus tiefgründiger als erwartet

  1. Ich habe das Buch als Hörspiel gehört und bin der gleichen Meinung wie du. Ich finde seine Entscheidung am Ende relativ nachvollziehbar, dennoch hätte ich Angst, dass sie sich doch nicht so gut verstehen . Aber es gibt ja noch einen zweiten Teil, den ich auf jeden Fall lesen werde.

    Gefällt 1 Person

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