Allgemein · Rezensionen

Erstaunliche Erkenntnisse

Tobias Künkler, Tobias Faix: Zwischen Furcht und Freiheit – Das Dilemma der christlichen Erziehung

  • Taschenbuch: 248 Seiten
  • Verlag: SCM R. Brockhaus; Auflage: 1 (1. Februar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3417268133

Lässt sich eine Auswertung über eine Studie zur christlichen Erziehung gut lesen? Etwas skeptisch ging ich an das Buch “ Zwischen Furcht und Freiheit: das Dilemma der christlichen Erziehung“, welches ich als Rezensionsexempalr zur Verfügung gestellt bekommen habe. Das Thema fand ich zwar interesannt, doch konnte ich mir die Umsetzung nicht so ganz vorstellen. ich muss sagen die Autoren haben mich eines besseren belehrt. Ihre Auswertung lässt sich flott lesen und wirft einige Themen auf, die sicherlich mehr Diskurs brauchen.

Sehr gut gefällt mir, dass das wissenschaftliche Vorgehen beschreiben wird, so zum Beispiel die Auswahl der Probandengruppe oder den Aufbau der Studie. So konnte ich als Leser nachvollziehen wie die Autoren zu ihren Ergebnissen gekommen sind. Dabei hat mir auch die Diskussion einiger Aussagen in Hinblick auf eine Verzerrung, weil zum Beispiel weniger katholische Menschen teilgenommen haben, geholfen.  das Buch gliedert sich in verschiedenen Kapitel, wie zum Beispiel Erziehung im Wandel, der Glaubensvermittlung im Alltag, der Umgang mit Konflikten oder auch mit Sexualität. Zwischen den Kapitel befinden sich Portrait von Interviewteilnehmern der Studie. Diese geben meiner Meinung nach dem Buch eine gewisse Lebendigkeit, da man so zusagen in andere Familie hineinblicken kann. In den einzelnen Kapitel wird am Anfang immer der Sachverhalt dargelegt und gegebenenfalls Daten aus anderen Studien betrachtet, ehe die eigenen Ergebnisse vorgestellt werden. Die Vorstellung der Daten erfolgt meist mittels Diagrammen die erläutert und erklärt werden. Am Ende eines jeden Kapitels ziehen die Autoren ein Fazit. Die Aufarbeitung der Daten finde ich gut gelungen, als Leser erfährt man viele erstaunliche Dinge, besonders interessant fand ich die Aussagen zum Umgang mit Homosexualität und der These „Mein Kind soll keinen Sex vor der Ehe haben“. Der Grundton des Buches ist, dass sich christliche Erziehung im Wandel befindet von einer dogmatischen Erziehung hin zu einer demokratischen. Dabei unterscheiden die Autoren zwischen den einzelnen Konfessionen, wobei es auffallend ist, das die beiden Volkskirchen einen weitaus liberaleren Erziehungsstil verfolgen als Freikirchen oder z.B. Pfingskirchen.

Am Ende des Buches, fasst die Autoren ihre Ergebnisse in fünf Typen der christliche Erziehung zusammen und stellen Konsequenzen für Christen und Gemeinden auf. Bei der Aufstellung der Typen hätte ich mir gewünscht, dass es deutlicher wird, dass nicht jeder Freikirchler oder Baptist einem betsimmten Erziehungsstil verfolgt. 7

Alles in allem finde ich dass, das Buch einen guten Überblick über die christlichen Erziehungspraxen gibt und dabei sowohl Positives, wie zum Beispiel eine Veränderung der Geschlechterrollen oder die Hinwendung zu einem liebenden statt strafenden Gott, als auch Negatives, wie die Verbreitung von Gewalt, darlegt. Meiner Meinung nach werden im diesem Buch wichtige Themen angesprochen denen weitaus mehr Bedeutung beigemessen werden sollte. Daher vergebe ich 4 von 5 Farbklecksen.

4

Liebe Grüße

Yannah

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5 Kommentare zu „Erstaunliche Erkenntnisse

  1. Liebe Yannah!

    War das dein erstes wissenschaftliches Buch? Ich les nicht ungern wissenschaftliche Literatur, die ist so schön exakt und sie begnügt sich eben nicht mit Wirtshausgelaber, sondern geht den Dingen wirklich auf den Grund.

    War das euer erstes Rezensionsexemplar? Falls ja, dann gratuliere ich euch herzlich!

    Liebe Grüße,
    Valerie

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    1. Bis jetzt hab ich nur Studienauswertungen für die Uni gelesen und die waren meist recht trocken, hier fand ich es eine gute Würze zwischen wissenschaftlich sachlich und doch lebendig.
      Ich hatte schon ein zwei weitere Rezensionsexemplare 😊

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    2. Hallo Valerie,
      Bis jetzt hab ich wissenschaftliche Bücher nur für die Uni gelesen. Hier fand ich die Mischung aus wissenschaftlich und fundierten Arbeiten aber trotzdem ein lebendigen Schreibstil toll.
      Es war nicht mein erstes Rezensionsexemplar, ich hatte schon ein zwei. Trotzdem danke.

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